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Vogelportrait


Gouldsamadine


Der britische Naturforscher John Gould dürfte ähnlich beeindruckt gewesen sein vom Anblick der ersten Gouldamadinen wie die meisten Vogelliebhaber und -beobachter nach ihm. Er war überwältigt von der Farbenpracht dieser faszinierenden Vögel, warum sonst hätte er die Vögel nach seiner Frau benannt.

Während die Zukunft der Art in ihrer Heimat Australien immer noch ungewiss ist und in der Vergangenheit in fast allen angestammten Gebieten ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen war, ist die Situation in Liebhaberhand genau umgekehrt. Von Jahr zu Jahr nimmt die Anzahl der Vogelliebhaber, die sich mit der Zucht von Gouldamadinen beschäftigt, zu. Viele haben sich der Erhaltung der naturfarbenen Gouldamadinen in Liebhaberhand verschrieben, während sich andere mit den zahlreichen, inzwischen aufgetretenen Farbmutationen beschäftigen oder sich einfach nur an einem Schwarm Gouldamadinen in einer bepflanzten Voliere erfreuen.

 

Der Weg zum beliebten Volierenvogel war mit zahlreichen Hindernissen gepflastert. Importvögel erwiesen sich als außerordentlich hinfällig, auch die nach der 1960 verhängten Exportsperre importierten Nachzuchtvögel aus Japan, erwiesen sich keinesfalls als gesunde, robuste Vögel. Dass sie dazu noch sämtlich aus Ammenzuchten stammten, bei denen bei der Auswahl der genetischen Eltern weder auf gute Zuchteigenschaften, noch auf vitale Jungvögel geachtet wurde, erleichterte die Sache nicht gerade. Trotzdem gelang es durch beharrliche Arbeit, einen Bestand in Liebhaberhand aufzubauen, den sich die ersten Züchter wohl nie erträumt hätten. Inzwischen zählen Gouldamadinen zu den Arten, die auch einem Anfänger in der Prachtfinkenhaltung durchaus empfohlen werden können - was allerdings nicht heißen soll, dass sie sich auch unter Bedingungen vermehren und wohlfüllen, bei denen die Nachzucht von Zebra- und Reisfinken, um nur zwei Beispiele zu nennen, immer noch gelingt

Fangen wir mit der Temperatur an. Unsere Vögel werden bei Temperaturen zwischen 18-24 Grad gehalten, zur Zucht herrschen 20-22°C. Die Schwankungen zur Nicht-Brutzeit hängen vor allem damit zusammen, dass die Heizung nur anspringt, wenn die Temperatur unter 18°C sinkt. Doch gibt es auch Züchter, die ihre Vögel ganzjährig bei 18°C halten. Wer mit Gouldamadinen anfangen möchte, sollte vor allem beherzigen, dass es kein Problem ist, die Vögel bei etwas höheren Temperaturen als der Vorgänger zu halten, während das Umgekehrte, nämlich die Haltung bei niedrigeren Temperaturen als beim Vorgänger, weitaus schwieriger und ohne sehr vorsichtige, langsame Umgewöhnung nicht selten ein trauriges Ende nimmt.

Überhaupt mögen Gouldamadinen keine abrupten Änderungen, egal ob es Temperatur, Futter oder Unterbringung betrifft. Wir greifen bei der Fütterung unserer Gouldamadinen auf die beiden für Gouldamadinen konzipierten Mischung Gouldamadinen-Zucht Spezial und die Ruhemischung zurück. Dazu gibt es Knaulgras soviel die Vögel mögen und ab und an Rote Kolbehirse, vor allem für Jungvögel, die noch nicht oder gerade selbständig geworden sind. Zur Zuchtzeit wird die Zuchtmischung zusätzlich gekeimt angeboten, dabei werden die Saaten etwa 4-6 Stunden in warmem Wasser eingeweicht, danach wirklich gut durchgespült und mit etwa der gleichen Menge Avi Terra Vogelerde vermischt. Am nächsten Morgen ist das Keimfutter bereit zum Verfüttern. Wir bereiten in der Regel genügend Keimfutter für 5-7 Tage vor, das dann im Kühlschrank aufbewahrt wird. Zur Mineralienversorgung erhalten die Vögel eine Mischung aus Blattner`s Vogelmineralien, Grit, Vitaminkalk sowie zerkleinerten Eierschalen (zuvor in der Backröhre sterilisiert), dazu ein wenig Vogelkohle. Ein Mineralstein wird fast immer sehr gern angenommen. Kompliziert wird die Sache bei vielen Gouldamadinen, wenn es um die Aufnahme von Eifutter geht. Wir greifen auf ein selbstproduziertes Eifutter zurück, das zu gleichen Gewichtsanteilen aus Kochfutter (Zuchtmischung etwa 5-7 Minuten gekocht und gut ausgespült; der Kochvorgang macht die Saaten leichter verdaulich für den Vogel, vergleichbar dem Haferschleim für Menschen), Eierstich (Eier verquirlen und in der Mikrowelle erhitzen bis die komplette Eimasse gekocht ist, alternativ Rührei oder hart gekochtes Ei), sowie eine 50/50 Mischung aus Cous Cous/Rusk und handelsüblichem Trockeneifutter. Das noch nasse Kochfutter wird mit dem Großteil des Rusk oder Cous Cous vermischt, die Eimasse kommt mit etwas Rusk in den Mixer und wird dann mit dem Rest vermischt. Zum Schluss kommen etwas Bienenpollen, Bierhefepulver, Vitaminkalk sowie ein Kräutergemisch hinzu. Das Ganze wird gut vermischt und fertig ist das selbstgemachte Eifutter. Das Eifutter lässt sich tiefgefroren hervorragend aufbewahren und wird von allen unseren Vögeln gern angenommen- Halbreife Hirse ist hier in England leider so gut wie nicht erhältlich, wird aber von allen Gouldamadinen gern genommen, es wird sogar so gern verzehrt, dass man unbedingt darauf achten soll, dass sich die Vögel nicht nur davon ernähren.

Einfacher ist die Sache beim Nistmaterial. Hier werden fast immer Kokosfasern bevorzugt und sie eignen sich auch bestens dafür. Es gibt je nach Herkunft der Zuchtvögel oftmals eine Vorliebe für die naturfarbenen braunen oder die gebleichten, weißlichen Kokosfasern. Wer auf Nummer sicher gehen will, bietet einfach beides an. Als Nistkasten eignen sich halboffene Nistkästen oder Nistkästen, die ursprünglich für Wellensittiche konzipiert wurden. Auch hier gilt, am Besten beides anbieten und den Vögeln die Entscheidung überlassen. Wir züchten unsere Gouldamadinen in Käfigen mit den Ausmaßen 1m x 0.5m x 0.5m oder in etwas größeren 1m x 1m x 1m Käfigen. Wir setzen unsere Paare gemeinsam ein, die Nistkästen sind schon vorhanden und die Fütterung ist schon im Gemeinschaftsflug auf Zucht (vermehrt Keim- und Eifutter) abgestimmt. Nach etwa zwei Wochen wird Nistmaterial angeboten und die meisten Paare haben binnen der nächsten zwei Wochen das Nest errichtet und das erste Ei gelegt.

 

Gebrütet wird ab dem dritten Ei, in aller Regel sitzen Gouldamadinen sehr fest und keines unserer Paare hat je eine Nestkontrolle übelgenommen. Große Unterscheide ergeben sich, wie die Last des Brütens auf Männchen und Weibchen verteilt ist. Während manche Paare das fein säuberlich 50/50 aufteilen, übernimmt bei einigen das Weibchen den Großteil und bei wenigen Paaren das Männchen den Großteil. Der Schlupf erfolgt nach etwa 14 Tagen und damit beginnt der spannende Teil der Zucht. Die meisten Gouldamadinen sind heutzutage zuverlässige Zuchtvögel und fast immer zuverlässige Eltern. Eifutter wird inzwischen von allen unseren Paaren angenommen, doch haben in früheren Tagen etliche Paare ihre Jungen ohne dies aufgezogen. Keimfutter dagegen steht und stand bei allen unseren Gouldamadinen auf dem Tagesmenu, wenn Junge zu füttern sind.<//span>

Mit etwa 21 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, um nach etwa weiteren zwei Wochen auf eigenen Beinen zu stehen. Wir belassen sie aber immer mindestens drei Wochen bei den Eltern und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Eine große Variable ist nachwievor die Jugendmauser. So mausern die Vögel, die bei Claudia in der Universität untergebracht sind, fast immer sehr schnell ins Erwachsenenkleid, fast immer sind die Vögel mit drei Monaten komplett ausgefärbt (Alter ab Schlupfdatum). Zu Hause benötigen sie in der Regel fünf, manchmal auch sechs Monate bevor sie ausgefärbt sind. Dabei spielt die Haltungs-Temperatur sicherlich eine wichtige Rolle, die bei den Schnellmauserern bei etwa 24-25°C, bei den privaten Vögeln aber eher bei 22°C liegt. Auch ist das Futter bei den Schnellmauserern gehaltvoller. Sie erhalten bis zum Abschluß der Jugendmauser weiterhin Ei- und Keimfutter, wenn auch rationiert, während die privaten Vögel, die sich den Flug mit jungen Papageiamadinen teilen müssen, davon nur sehr wenig erhalten, weil sonst die Papageiamadinen alle übergewichtig würden. Viele Züchter in England halten ihre Jungvögel in Außenvolieren, an die ein Innenflug, der allerdings nur mäßig beheizt ist, angeschlossen ist. Dort sind Mauserdauern von 9 Monaten eher die Regel als die Ausnahme. Wahrscheinlich stresst die Jugendmauser die Vögel doch erheblich, so daß diese unter suboptimalen Bedingungen verlängert wird. Egal, wie lange die Jungvögel zur Jugendmauser benötigen, man sollte die Jungvögel nie zu früh zur Zucht ansetzen. Zwölf Monate sind nach wie vor eine gute Regel und beugen vielen Problemen wie Legenot oder nicht füttern der Nestlinge, unbefruchteten Gelegen etc. vor. Ansonsten bleibt nur viel Erfolg mit der Art zu wünschen, eine Art, die noch Generationen von Liebhabern faszinieren wird. <//span>